Ich glaube, ziemlich genau vor einem Jahr habe ich das erste Mal davon gehört, als in der Vorweihnachtszeit bei Thalia plötzlich Werbung für den Sony Reader gemacht wurde. Inzwischen gibt es nicht nur diesen, sondern auch den Amazon Kindle sowie einige hier weniger bekannte Reader, wie z.B. iLiad oder Cybook Gen3.
Die Gemeinsamkeit all dieser Reader besteht darin, dass versucht wird, der Vorlage des herkömmlichen Buches möglichst treu zu bleiben – der [meiner Meinung nach] einzige Vorteil ist somit, dass man mehrere Bücher im Format eines Buches gebündelt hat, was definitiv platzsparend ist [aber nicht mehr]. Nachteile fallen mir hingegen einige mehr ein: So z.B. das umständliche Blättern per Pfeiltasten [ich hab's ausprobiert - macht keinen Spaß], das Warten bis die neue Seite geladen ist; die fehlende Möglichkeit, willkürlich irgendeine Seite aufzuschlagen – und natürlich fehlen die Optik und das Gefühl, die ein „normales“ Buch ausmachen. [Ein weiterer Nachteil ist natürlich auch, dass die meisten E-Books dem Digital Rights Management unterliegen, weswegen man quasi nur eine Leselizenz erwirbt - man kann sein Buch also weder verleihen (außer mit dem E-Book Reader) noch auf einem anderen Gerät, z.B. seinem Laptop, lesen, da man die Rechte dafür nicht bekommt.]
Alles in allem finde ich: E-Book Reader sind einfach kein Ersatz für ein „richtiges“ Buch.
Andererseits bietet die Idee digitaler Bücher interessante Möglichkeiten – sie müssten nur umgesetzt werden. Wie Patrick Pricken in seinem Artikel Drei Hürden für Verlage schreibt [gefunden via pygospa]:
„Das Potential liegt aber in der Vernetzung. Ich will Bücher markieren und annotieren können und diese Markierungen und Notizen austauschen. Wenn ich einen Begriff in einem Buch lese, kann ich ihn in einem anderen nachschlagen. Ich kann Querverweise ziehen. Wenn ich in einem Krimi lese, wo ein Mord geschieht, kann ich Google Streetview öffnen und mir den Ort anzeigen. Wenn die Heldin einer Geschichte Musik hört, kann ich dasselbe Lied auf meinem Gerät abspielen. Wenn ein Ereignis geschildert wird, kriege ich das youtube-Video und den Artikel in der FAZ zu diesem Ereignis mitgeliefert. Und so weiter.“
(Quelle: freiewelt.net)
Offenbar erkennen auch die Verlage allmählich die ungenutzten Möglichkeiten von E-Book-Readern – so wurde von der US-Buchhandelskette Barnes & Noble neulich der Reader „Nook“ vorgestellt, der statt der üblichen Pfeiltasten eine dem IPhone ähnliche Bedienoberfläche aufweist und als erstes E-Book-Lesegerät eine Ausleih-Funktion für Bücher besitzt. Das ist immerhin ein Anfang.
Und vielleicht tut sich ja bald noch mehr auf dem Markt der E-Book-Reader – auch wenn ich persönlich weiterhin Bücher kaufen werde, weil sie einfach schöner sind als irgendein technisches Gerät.
Denn: es wird niemals den Zauber perfekt glatter, weißer Seiten, denen noch der Geruch von Druckerschwärze anhaftet, bieten können; die Schönheit eines ansprechend gestalteten Covers, vielleicht mit geprägtem Titel, dessen Erhebungen man unter den Fingerspitzen fühlen kann; das Gefühl, wenn man die erste Seite aufschlägt und sich neue Welten vor einem auftun; und nicht zuletzt: der Anblick eines Regals voller Bücher, Worte auf Buchrücken, die von anderen Leben flüstern.
Und was denkt ihr?
Mittwoch, 04. November 2009 um 01:32 |
Ich weiß jetzt schon, dass ich eine gnadenlose Verfechterin der „echten“ Bücher bleiben werde (so wie mit den analogen Kameras ;) ) – weil, auch wenn viele Bücher, die man sich aus der Bibliothek ausleiht, vielleicht viel wiegen – was ist das schon gegen das stundenlange, ruhevolle Stöbern in diesen hohen, duftenden Bibliotheksregalen aus denen die Geschichten seitenweise quillen……
Dienstag, 27. Oktober 2009 um 09:15 |
Voll und GANZ Deiner Meinung hinsichtlich der Bücher…
Samstag, 24. Oktober 2009 um 14:42 |
Kann mir nicht wirklich vorstellen, dass es sich für den Bereich der Bellistrik oder Literatur durchsetzt, eher für eben Medizin und Jura.
Ich werde niemals aufhören, echte Bücher zu kaufen. Niemals! Und wenn ich damit allein auf der Welt bin.
Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass es so angenehm für die AUgen ist; das wäre ja dasselbe, wie wenn ich ein Buch am PC lese? Und da schmerzen mir die AUgen auch extrem schnell, viel schneller, als wenn ich bei lange in einem richtigen Buch lese.
Freitag, 23. Oktober 2009 um 14:54 |
Wir haben die E-BookReader bereits in der Schule im Fachkunde-Unterricht besprochen und dort wurde uns ganz klar gesagt, dass diese Reader im Grunde nur auf Studenten abzielen, die sehr viele Fachbuecher mit sich herumschleppen muessen, sprich Juristen oder Mediziner.
Fuer den „normalen“ Leser ist der Reader absolut nicht geeignet und wird voraussichtlich auch nicht sehr erfolgreich sein, denn wie gesagt, es ist einfach nicht besonders schoen wenn man nur einen Computer anstatt eines Buchs in der Hand hat. Die Leute wollen einfach lieber Blaettern und das Buch riechen und fuehlen. Waere auch schlimm, besonders fuer unsere Berufsgruppe, wenn die Buecher irgendwann aussterben wuerden ;)
Daher, wie gesagt, nur fuer Manager, Anwaelte, Aerzte.. etc, die den Reader nicht wirklich zum Lesen sondern eher zum Nachschlagen benutzen. Und dafuer finde ich ihn auch wirklich sinnvoll und praktisch.
Freitag, 23. Oktober 2009 um 16:37 |
Japp, für Fachbücher ist es definitiv sinnvoll – aber die Werbung zielt bisher hauptsächlich auf den Belletristik-Leser ab, das finde ich merkwürdig. Mal sehen, vielleicht ändert sich das noch. ;)
Und danke, dass du mich daran erinnert hast – bezüglich Fachbüchern wollte ich noch etwas ergänzen, was im Artikel noch fehlt, weil die Zeit nicht gereicht hat. ;)