[Vorwarnung: das wird ein ziemlich langer Eintrag. :) ]
Freitag Morgen, es regnet in Husum [wer hätte das gedacht?] – somit mit dem Taxi zum Bahnhof, per Zug weiter nach Kiel, dort Frühstück kaufen und in den Bus einsteigen, der uns zum Weissenhäuser Strand bringen soll. Wir hatten auf einen gemütlichen Reisebus gehofft, nachdem wir immerhin einundhalb Stunden fahren müssen; leider ist es ein normaler Rüttel-Schüttel-Linienbus – aber nun gut. Leider Nummer zwei: Theoretisch hält die Linie direkt am Weissenhäuser Strand – aber natürlich nur dreimal am Tag und nicht dann, wenn wir fahren müssen, das bedeutet Durchfahren bis Oldenburg und von dort wieder 10 Minuten zurück. Macht nichts, der Umweg war eingeplant und wir sind pünktlich um 14 Uhr an der Ferienanlage zum Einchecken.
Uns begrüßt eine Miniatur der Anlage, sogar mit netten kleinen Beschilderungs-Schildchen:

Leider stehen wir erst einmal an der falschen Rezeption [es gibt zwei - eine für die Appartements und Bungalows, eine für das Hotel], da die schwarzen Menschen um uns herum offenbar alle Appartements gebucht haben – aber so sehen wir auf der Suche nach der Hotelrezeption schon einmal die Anlage und das spätere Festivalgelände. Wie gut, dass die Security-Menschen noch nicht da sind, Bändchen gibt es erst an der Rezeption und sonst müssten wir außenrum laufen. Ungefähr 10 Minuten später haben wir dann aber das Hotel gefunden – sieht doch gar nicht schlecht aus, oder?


An der Rezeption erhalten wir unsere Schlüsselkarten, einen Gutschein für zwei Bademäntel für das Wochenende [sehr fein!], die wir auf dem Weg zum Zimmer gleich abholen; Gimmicks vom Veranstalter, einen großen Lageplan, auf dem man alles lesen kann [kleinere lagen davor schon aus] – und es gibt Geld zurück, da die Preise nachträglich vom Veranstalter noch gesenkt wurden.
Und nun natürlich erst einmal: Zimmer erkunden!
Der Blick vom Eingang aus und das Bad…


Bett, Sitzecke, Balkon…



Leider ist die Minibar leer – schade.

Aber dafür können wir nun den Inhalt unserer Plage Noire-Tasche begutachten: Zillos [von 2007? Whatever...], ein RedBull-Shot, ein Schlüsselband und vier [!] Frisbees. Die erste ist leider schon am ersten Tag verschwunden, sehr merkwürdig – aber ich glaube fast, der Zimmerservice hat sie irgendwo rumliegend gefunden und weggeworfen. ;)

Und nun müssen wir natürlich das Schwimmbad nutzen, bevor um 17 Uhr das erste Konzert beginnt. [Es gibt leider nur ein Photo vom Eingang, aber von innen war das Schwimmbad auch ganz hübsch. ;) ]

Frisch geduscht geht es los zum Festivalgelände – noch nicht viel los bisher… und hier soll ein Gothic-Festival stattfinden? Wir sind gespannt.


Hihi, sie haben nicht nur die Säulen, sondern auch den Adventskranz mit schwarzen Tüchern verhängt.

Das erste Konzert: Mono Inc.
Zuletzt hatten wir sie als Vorband beim ASP-Konzert erlebt und wie auch dort war das Konzert diesmal sehr toll – bzw. sogar toller, weil länger. Und sie haben alle meine Lieblingslieder gespielt! [Unter Anderem das absolut hörenswerte Get some sleep, das auch mein Liebster sehr toll findet. :) ]


Anschließend geht es zu Persephone. Im Gegensatz zum großen Zelt, in dem Mono Inc. eben gespielt haben, ist der Saal sehr klein – was zu diesem Konzert aber perfekt passt. Tolle Atmosphäre, die Sängerin liegt einem teilweise im wahrsten Sinne des Wortes zu Füßen, publikumsnäher geht wirklich kaum – wow! [Persephone ist das Nebenprojekt von Sonja Kraushofer, der Sängerin von L'âme Immortelle.]


Und dann, was wir unbedingt sehen wollten – fetisch:Mensch. fetisch:Mensch ist das neue Projekt von Oswald Henke, der davor Sänger [bzw. wie er sich selbst bezeichnet: Sprecher] und Mastermind bei Goethes Erben war. Bühnenshow und Texte sind jedes Mal wieder umwerfend – besonders bei so einer kleinen Bühne, wo er immer wieder mitten im Publikum war und ab und zu sogar diverse Leute an den Schultern gepackt hat. Sehr geniales Konzert!


Nach inzwischen drei Konzerten folgt nun zur Abwechslung eine Lesung – und zwar von Markus Heitz. Ich muss zugeben, dass ich bisher nichts von ihm gelesen habe – aber vielleicht ändert sich das ja demnächst. Heitz erzählte über den Volksglauben bezüglich Vampiren in früheren Zeiten, bevor er ein Kapitel aus seiner noch unveröffentlichten Fortsetzung zu „Kinder des Judas“ vorlas – hat Spaß gemacht! Ein wenig erschreckend fand ich, dass es selbst heute noch eine Organisation gibt, die an die Existenz von Vampiren glaubt – lustig daran war allerdings, dass ebenjene Organisation einen Fragebogen zum Selbsttest entwickelt hat und eine der Fragen lautet „Ist ihre überwiegende Kleidung schwarz?“. Man muss nur eine Frage mit ja beantworten, um ein Vampir zu sein… verdammt. :D

Markus Heitz war so freundlich, seine Lesung kürzer zu halten als geplant, denn danach spielt der Headliner des Abends: ASP!
Leider hauptsächlich Standard-Lieder, war ja auch ein Festival und keine Tour – aber dennoch, tolles Konzert, noch einmal tanzen, springen, mitsingen – sehr fein!


Und weil wir gehört hatten, dass sie ganz gut sein soll, haben wir nach ASP noch eben einen Abstecher zu Anne Clark gemacht – war aber nicht so unseres, daher sind wir nach ungefähr 15 Minuten wieder gegangen.

Und nun: ab ins Bett!